DBBL2-Heimpremiere schiefgegangen

Härtetest im wahrsten Sinne des Wortes

Down to Earth

Nach dem überraschenden, aber absolut verdienten Sieg in Heidelberg kam gegen Bamberg in eigener Halle der „Down-to-earth“-Moment. Unsere Damen-Bundesligamannschaft verliert ihr erstes Heimspiel mit 79:89 gegen Bamberg.

Und leider muss man sagen: Die Bambergerinnen haben das Spiel absolut verdient gewonnen. Sie wollten es an diesem Abend einfach mehr und haben entsprechend alles auf dem Feld gelassen.

Die Offense der Jahnlerinnen war über weite Strecken chaotisch und geprägt von Einzelaktionen. Die Schiedsrichter haben viel laufen lassen und damit kamen die Gäste deutlich besser zurecht. Es war eng, viel Kontakt, viel Gezupfe und insgesamt sehr körperlich. Damit kam unsere Mannschaft überhaupt nicht gut klar und wir haben es nur selten geschafft, unsere Offense vernünftig zu organisieren.

Viel Chaos in der eigenen Offense und dann finden auch noch siebzehn Bamberger Dreier in den Korb

In der Defense stimmte dazu die Zuordnung nicht immer. Wir haben es nicht geschafft zu erkennen, dass wir genauso aggressiv verteidigen können und müssen. Es gab einige Missverständnisse, die zu einfachen Würfen der falschen Spielerinnen geführt haben. Und wenn es bei einer Mannschaft einmal läuft, dann fallen eben auch die Würfe, die sonst vielleicht nicht ganz so sicher sitzen.

Bei Bamberg fanden am Ende 17 Dreier ihr Ziel – bei einer überragenden Quote von rund 40 Prozent. Und wenn mal einer daneben ging, gab es aufgrund vieler Offensiv-Rebounds sehr oft noch eine zweite Chance.

Die Gäste gewinnen also absolut verdient. Trotz der deutlichen statistischen Überlegenheit der Bambergerinnen ist das Ergebnis am Ende mit zehn Punkten Unterschied aber gar nicht so übel. Wir wissen jetzt, wie es in dieser neuen und höheren Liga zugehen kann: körperlich, intensiv und mit einem ganz anderen Druck auf dem Feld.

Coach Stavros Tsoraklidis:

"Jetzt heißt es Mund abwischen, Learnings mitnehmen und weitermachen! In zwei Wochen steht bereits das nächste sehr wichtige Heimspiel an. Dann geht es gegen die mitaufgestiegenen Rhein-Main Baskets und da wollen und müssen wir eine Reaktion zeigen. Wir nehmen die Learnings mit ins Training, arbeiten weiter und versprechen Besserung."

Das Geschehen aus der Sicht einer Spielerin:

Dreier-Gala der Gäste entscheidet Schlagabtausch (von Hannah Galster):

Kurz vor Wiesn-Ende mussten sich die Damen des TS Jahn im ersten Heimspiel zurück in der 2.DBBL geschlagen geben. Nach einem Halbzeitstand von 43:44 kamen die Jahnlerinnen sogar mit einem 8:0-Lauf aus der Kabine, was aber kurzerhand mit einer Reihe an Dreiern aus Bamberger Hand beantwortet wurde. Davon erholte man sich nicht mehr schlagkräftig und mit 79:89 feierten, trotz unermüdlichen Kampf auf Münchner Seite im letzten Viertel, die Gäste aus Bamberg schließlich ihren ersten Sieg der noch jungen Saison.

 

Die Zuschauer erlebten von Beginn an einen offenen Schlagabtausch. Die Bambergerinnen agierten mit zunehmender Härte und leisteten sich im gesamten Spielverlauf 25 Fouls. Beide Teams schenkten sich nichts, sodass Bamberg mit einer hauchdünnen Halbzeitführung in die Pause ging.

 

Der spielentscheidende Wendepunkt folgte im dritten Spielabschnitt. Während Bamberg aus der Distanz eiskalt nachlegte und das Viertel mit 25:14 für sich entschied, geriet der Münchner Spielfluss vorübergehend ins Stocken. Der knappe Rückstand wurde so vor den letzten zehn Minuten zweistellig. Im Schlussviertel bewies die Mannschaft von Jahn München jedoch Moral, gewann den Abschnitt mit 22:20 und verkürzte noch einmal, für eine Wende reichte die Zeit jedoch nicht mehr.

 

Auf Münchner Seite ragte Maria Perner heraus, die mit 20 Punkten und 6 erfolgreichen Dreiern beste Schützin ihres Teams war. Unterstützt wurde sie von Natalie Nicole Kleemann Day mit 13 Punkten sowie Anna Matic, die 12 Punkte beisteuerte. Zudem knackten Silvia Heidi und Matilda Blanarik mit jeweils 10 Punkten die zweistellige Marke.

 

Den Ausschlag für die Medikamente per Klick Baskets gab in erster Linie die überragende Distanzquote: Die Gäste trafen insgesamt  16 Dreier gegenüber 8 Dreiern auf Münchner Seite. Bei Bamberg glänzten Linda Rosiwal mit 23 Punkten(darunter 6 Dreier) und Jaclyn Rae Grisdale mit 21Punkten (darunter 4 Dreier)…

 

„Wir hätten die Härte des Spiels früher annehmen müssen. Das dritte Viertel hat uns heute leider das Spiel gekostet“, resümierte die Münchner Seite nach dem Abpfiff. „Dennoch hat das Team Charakter gezeigt und im vierten Viertel bis zum Ende gekämpft.“

 

Wenn die Defensive die Härte und Agressivität in den kommenden Partien besser unter Kontrolle bekommt, wird sich die Mannschaft auch wieder belohnen.

Bilder von STEFFI LUEBKER (Fotografin Stefanie Luebker):