Im drittletzten Spiel der Saison (man zählt schon rückwärts) nutzt Jahns NBBL ihre Kadertiefe und lässt Hoffnung aufkommen, dass sich die Welt auch nach dem Abgang des starken 2007er-Jahrgangs, von dem nur drei Spieler aufgestellt waren, in der kommenden Saison weiterdreht. Gegen die Gäste aus Dresden zeigten die Zwuckels eine abermals stabile Mannschaftsleistung und präsentierten ihre spielerische Entwicklung über die Saison. Ohne Kapitän Sebastian Hubrich (krank) und Scoring-Urgewalt David Galusic (verletzt) verteilten sich sämtliche Lasten auf viele Schultern. Alle Jahnler scorten, alle Jahnler reboundeten, fast alle Jahnler verloren mal den Ball.
Das Spiel begann auf Wunsch der Dresdener bereits um 13 Uhr und damit ungewöhnlich früh. Die Gäste waren am selben Tag angereist und hätten eigentlich unausgeschlafen sein müssen. Die Ölgötzen der ersten Halbzeit waren aber eher die Gastgeber, die defensiv so gar nicht in Schwung kamen und sich vor allem durch eine gute Trefferquote von außen halbwegs unbeschadet in die erste Viertelpause retteten (21:22).
Im zweiten Viertel normalisierte sich die eigene Trefferquote, defensiv hatte man weiterhin keinen echten Zugriff. Dresden kam immer wieder zu offenen Dreiern, die in diesem Spielabschnitt aber allesamt nicht fallen wollten. Mit einem schmeichelhaften Unentschieden (36:36) trotteten die Gastgeber in die Kabine.
Die zweite Halbzeit wurde herausfordernd, denn die Sachsen trafen nun von außen, auch gegen engeren Druck. Jahn spielte defensiv um Welten besser, was zu einigen Ballgewinnen und Fastbreaks führte. Auf der Anzeigetafel war davon wenig zu sehen, weil sechs Dresdener Dreier im dritten Viertel einschlugen wie ein verspätetes Karma für die Leistung aus der ersten Halbzeit. Die Zwuckels blieben entspannt und optisch überlegen, trotz Mini-Rückstand (60:61) vor dem Schlussabschnitt. Mit dem zehnten Dreier im Spiel war die On-Fire-Phase der Gäste nach 32 Minuten überstanden.
Jahn musste kurz einen Fünf-Punkte-Rückstand schlucken (62:67), entfernte das Minus-Zeichen aber postwendend mit einem 12:2-Lauf und zockte die Schlussphase aus, als stünde man nicht unter Druck. Tut man ja auch nicht. Den Endstand von 79:71 hat man sich mit der zweiten Halbzeit durchaus verdient. An der Zwuck ist man auch deshalb froh über den Sieg, weil man damit nicht ungewollt in den Abstiegskampf eingegriffen hat: Die drei verbleibenden Kandidaten Heidelberg, DJK München und eben Dresden holten gegen die Jahnler keine Punkte.
Am kommenden Sonntag spielt man in Chemnitz das letzte Auswärtsspiel der Saison, die eine Woche später (15.03., 15:30) mit einem Heimspiel gegen Erfurt abgeschlossen wird.