Die NBBL 25/26 hat sich den Wunsch nach einem wunderschönen Abschluss selbst erfüllt. An diesem Sonntag bestritt der 2007er-Jahrgang, U20-Spiele ausgenommen, sein letztes Spiel im Jugendbasketball. Eine emotional stets herausfordernde Situation, denn man will eigentlich genießen, was letztlich nichts ist außer harte Arbeit. Genießen konnte man schließlich einen Comeback-Sieg nach zwischenzeitlich 15 Punkten Rückstand und einen nicht enden wollenden Marathon an Huddles einer Mannschaft, die in nur zwölf Monaten zu siebzehn ziemlich besten Freunden wurde.
Der außergewöhnliche Zusammenhalt war im finalen Spiel gegen Erfurt auch bitter nötig, denn der Start lief alles andere als gut. Um den Fokus auf den Aufstiegskampf der Herrenmannschaften zu legen, in denen die NBBL-Spieler ebenfalls spielen, fand eine taktische Vorbereitung auf die U19-Spiele zuletzt gar nicht mehr statt. Das merkt man. Überrumpelt von einem 13:0-Lauf der schnellen und wurfstarken Gäste waren die Zwuckels schnell zweistellig im Rückstand (14:24). Ein offensiv gelungenes zweites Viertel brachte das Spiel wieder in Sichtweite, defensiv war die Anzahl an Baustellen aber weiterhin zu groß. Mit 43:50 ging es in die Halbzeitpause.
Das dritte Viertel brachte optisch zunächst keine Verbesserung. Jahn war motiviert und hatte taktisch die richtigen Ideen auf Lager, die Umsetzung blieb aber zu fehlerhaft, um einen spielstarken Gegner zu gefährden. Der Rückstand wuchs, die Zeit lief davon. Beim 51:66 Mitte des dritten Viertels glaubte kaum noch jemand an die Wende. Außer natürlich die Jahnler selbst, die in dieser Saison schon größere Rückstände egalisiert hatten und jeden Mitspieler sofort abfingen, der den Kopf zu senken drohte. Durch einige Ballgewinne und Schnellangriffe kam man zum Viertelende auf neun Punkte heran (61:70), der zu acht angereiste Gegner wurde langsam müde gespielt und verkroch sich zunehmend in einer Zonenverteidigung.
Zehn Minuten blieben noch für Bennet Hein, Josiah Artner, Julius Wild, Sebastian Hubrich, Tarik Ouro-Djobo und Yusuf Sillah, um ihr letztes Jugendspiel zu einem ganz besonderen Erlebnis zu machen. Dann noch fünf Minuten, immer noch minus 10 (77:87). Die Verteidigung zog nun an, Jahn holte sich hinten Steals und Rebounds, kam daraus ins Rollen. Keine 90 Sekunden vor dem Ende sorgte Yusuf Sillah mit einem Linkskorbleger für den Ausgleich (89:89), in der nächsten Verteidigung forcierte Tarik Ouro-Djobo einen Ballverlust, wurde wenig später gefoult und kam an die Freiwurflinie. Der Jahn-Topscorer (19 Punkte) verwandelte den zweiten Wurf und brachte Jahn in Führung, die nie wieder abgegeben wurde. Dreieinhalb Sekunden vor Ende nahm Erfurt noch eine letzte Auszeit und hatte die Chance auf den Gamewinner, doch die Zwuckels verteidigten den Spielzug exzellent, der Notwurf aus neun Metern traf nur den Ring. Mit 96:94 endete die Partie.
Die Jahn-NBBL 25/26 verabschiedet sich mit Applaus. Nächster Halt für diese Mannschaft: die große Abschlussfeier, irgendwann im Sommer. Dann kommt "das beste Team, das ich je erlebt habe" nach der "geilsten Saison meines Lebens" noch einmal zum Grillen und Plaudern zusammen. In der Zwischenzeit wird ein neues NBBL-Kapitel eröffnet sein, das mit den Tryouts Mitte April seinen Anfang hat.