Manchmal muss man sonntagmorgens um 7 Uhr aufstehen und sich dann bei -10° Celsius auf den Weg machen, um rechtzeitig am Treffpunkt zu erscheinen. Es folgt eine Autofahrt, die inklusive Pausen etwa fünf Stunden dauert. Rein in die kalte Halle, ein bisschen Basketball spielen, dann das ganze noch einmal zurück, bei Schneefall und Eisregen. Ankunft zuhause um 23 Uhr und am nächsten Tag ist Schule. Yolo!
Wer Mannschaftssport liebt, der wird sich freuen über all die Zeit mit den Mitspielern, sei es im Auto, in der Kabine, beim Pizzaessen nach dem Spiel oder natürlich auf dem Feld. Da entstehen Freundschaften fürs Leben, zumal man gemeinsam durch dick und dünn geht und jedes Wochenende vor einer Aufgabe steht, die man nur als Team bewältigen kann.Die Jahn-U19 fuhr gebeutelt auf die längste Auswärtsfahrt der Vorrunde. Ohne David Galusic, Felix Geiger und Yusuf Sillah fehlten den Zwuckels drei Leistungsträger. Bedeutsame Ausfälle gab's auch beim Gastgeber aus Viernheim, den Rhein-Neckar Metropolitans, bei denen am Wochenende zuvor zwei ihrer Aufbauspieler unglücklich umgeknickt waren. Die Folge: Auf beiden Seiten war die Verteidigung dem Angriff überlegen, die Anzeigetafel füllte sich nur sehr langsam mit Punkten. Mit 11:12 endete das erste Viertel zugunsten der Münchener, welche die gegnerische Zonenverteidigung immer wieder knacken konnten, dann aber an Besim Kabashi scheiterten. Der Defensivkünstler dominierte das Spiel mit zahlreichen Blocks (offiziell 6, gefühlt 16) und veränderten Würfen in Korbnähe. Die Jahn'sche Zweierquote von 33% (14/43) spricht Bände.
Weil die Gäste defensiv weitestgehend stabil agierten, wuchs die dünne Führung sukzessive weiter, auch wenn offensive Lösungsideen fehlten. Zur Halbzeit waren es fünf Zähler (28:33), Anfang des dritten Viertels ließ dann ein kleiner Run den Vorsprung auf 16 Punkte explodieren (28:44). Nur ein Windows-Update des Scouting-Laptops konnte die Zwuckels stoppen. Das Spiel war für mehrere Minuten unterbrochen, nach Wiederanpfiff verlor die Verteidigung ihren Groove, die Metropolitans verkürzten zur Viertelpause auf sieben Zähler (42:49). Ein weiterer Lauf im vierten Viertel besiegelte schließlich den Auswärtssieg. Jahn traf fünf Dreier binnen fünf Minuten, ein hilfreicher Booster in einem punktearmen Spiel. Der Vorsprung wuchs auf 22 Punkte (46:68), mehr als genug, um die maue Schlussphase abzufangen. Mit einem 53:69 im Gepäck ging's auf die lange Heimreise.
Am kommenden Sonntag steht das Rückspiel gegen München Ost auf dem Programm. Tipoff ist um 15:00 in der Ruth-Drexel-Schule.