Eine zähe und emotionsgeladene Saison liegt hinter unserer U14‑Mädchenmannschaft der TS Jahn München:
Mit einem ohnehin sehr kleinen Kader gab es von Saisonbeginn an immer wieder Rückschläge und Abgänge aus unterschiedlichen Gründen. Auch die Leistungen verliefen über weite Strecken unkonstant. Immer wieder musste das Trainerteam feststellen, dass die Mannschaft in entscheidenden Momenten nicht ihr volles Potenzial abrufen konnte.
Der Befreiungsschlag folgte beim Osterturnier in Wien: Dort sammelten unsere Bienen wertvolles Selbstbewusstsein und sicherten sich mit ansehnlichem Teambasketball den Turniersieg.
Gestärkt ging es in die Endphase der Saison, in der sich das Team trotz extrem enger Spiele durchsetzte und für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft qualifizierte.
Beim Top‑8‑Turnier in Würzburg warteten ausschließlich ähnlich starke Teams. Im ersten Spiel gegen die BG Bergedorf kam zur Nervosität massives Pech hinzu. Nichts wollte fallen, und spätestens beim Spielstand von 7:22 nach dem ersten Viertel war die Verzweiflung spürbar. In der Viertelpause wurde verboten, auf das Scoreboard zu schauen. Stattdessen lautete die Vorgabe, weiterhin die gut herausgespielten Würfe zu nehmen und den Frust als Motivation für die Defense zu nutzen.
Was folgte, war eine energiegeladene und scheinbar unbezwingbare Full‑Court‑Presse mit einfachen Fastbreak‑Abschlüssen. Der Push brachte Selbstvertrauen zurück, nach 17 Minuten ging Jahn erstmals in Führung. Am Ende setzte sich unser Team mit unermüdlicher Defense und höherem Tempo verdient mit 67:59 durch.
Am nächsten Spieltag trafen die Bienen aus Südost auf die Wild Bees aus Rhein‑Neckar. Trotz starkem Start entwickelte sich ab dem zweiten Viertel ein intensives, ausgeglichenes Spiel mit mehreren Führungswechseln – das wohl härteste und körperlichste Duell der Saison. Wie schon am Vortag wurden viele Chancen an der Freiwurflinie liegen gelassen, sodass es in die Verlängerung ging. In fünf Minuten Overtime fielen auf beiden Seiten jeweils nur zwei Punkte. In den letzten 35 Sekunden erkämpften sich unsere Mädels mit letzter Kraft einen Stop bei dreizehn Sekunden Restspielzeit. Mit der Auszeit und dem Einwurf im Vorfeld bei einem Spielstand von 55:53 für Jahn beruhigte sich der Puls dann bei einigen Münchnern etwas. Der Druck für unsere Spielerinnen in dieser Situation war aber dadurch nicht geringer.
Aus einem einfach Einwurfplay heraus schaffte es eine Spielerin der Wild Bees mit perfektem Timing ihre Fingerspitze an den Ball zu bekommen und tippte den Ball in Richtung unseres Korbs und glich aus. Der Schock saß tief in allen Münchnern, sodass in der Hektik direkt der nächste Einwurf weggeworfen wurde. Gleichstand, noch drei Sekunden zu spielen, Einwurf vorne für die Gegner. In der letzten Sequenz fiel der Ball dann in die Arme einer Spielerin der Wild Bees, die bis dahin wenig gespielt hat. Mit einem wilden Drive in Richtung Korb wurde der Ball dann mit der schwachen Hand irgendwie in Richtung Korb über zwei Verteidigerinnen geworfen und fiel zu unserem Pech tatsächlich rein. Innerhalb von dreizehn Sekunden waren Finaltraum und Titelhoffnung geplatzt. Spielerinnen, Coaches und Zuschauer standen noch lange fassungslos in der Halle.
Am nächsten Tag blieb keine Zeit zum Trauern. Gegen BG Bonn ging es um den Einzug ins Spiel um Platz drei. Die Bonnerinnen, allesamt aus dem jüngeren Jahrgang, spielten mit enormer Energie und setzten uns zunehmend unter Druck. Nach ausgeglichener erster Halbzeit folgte ein 18:0‑Run für Bonn. Zwar konterte Jahn mit einem starken 12:0‑Lauf, doch am Ende fehlten Kraft und Reserven, sodass man sich erneut geschlagen geben musste.
Im letzten Spiel gegen BASS Berlin ging es um Platz fünf. Die klare Ansage lautete, das Turnier ohne Druck und mit Spaß zu beenden. Entsprechend wurde viel rotiert, auch Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs – inklusive einer U12‑Spielerin – kamen zum Einsatz. Trotz Siegchancen standen Entwicklung und Spielpraxis im Vordergrund.
So beendet die TS Jahn München die Saison als sechstbestes U14‑Mädchenteam Deutschlands – eine starke Leistung, an die vor wenigen Monaten noch kaum jemand geglaubt hätte. Mit dem Wissen um knappe Niederlagen gegen Topteams, darunter auch gegen den späteren Deutschen Meister TG Würzburg, blicken wir stolz auf unsere Jugendarbeit und optimistisch in die kommenden Jahre.
(Bilder folgen)